Hansa - Ahlen |
An einem Freitag um 18 Uhr war der Tabellenletzte Ahlen zu Gast im Hansaviertel. Die rot-weißen befinden sich im leichten Aufwind und konnten in der bisherigen Rückrunde 10 Punkte erspielen. Zuletzt waren sie gegen Union mit einem 3:2 Sieg erfolgreich. Hansa hingegen wartet auf den ersten Sieg in der laufenden 2. Halbserie. Der Puffer zum Relegationsplatz 16 ist am aufweichen. Der Druck wird für den FCH immer größer, wenn nicht endlich Siege eingefahren werden. Die Frage die sich mir stellt ist jedoch, wie sie endlich wieder gewinnen wollen. Ich sehe gerade in der Offensive kein Potential zur Besserung. Das Spiel nach Vorne ist geprägt durch Ideenlosigkeit und so gut wie garkeiner Durchschlagskraft. Die Tatsache, dass der Hansasturm über 1000 Spielminuten ohne Torerfolg ist, spricht Bände. Vielleicht wurden ja diesmal die Jungs über Nacht von einer schönen Fee verzaubert. Der „neue Hansatrainer“ Fink, der unter Zacher Co-Trainer war und die derzeitige Misere mit zu verantworten hat, wird wohl kaum einen Aufwärtstrend bewirken können. Um die 7000 Zuschauer fanden den Weg zur Hoffnung ins Ostseestadion, darunter befand sich ein Ahlener, der auf der Westtribüne Platz fand und Vorstandsvorsitzender des heutigen Gastes ist. Was macht so ein Verein mit einer nicht vorhandenen Fankultur in der 2. Bundesliga?
Auf die Plätze! Fertig! Los! 13. Minute: Tor! Für wen? Wie gerne würde ich über ein Tor von Hansa berichten, aber nein, die Ahlener gingen mit einer von Sebastian abgefälschten Bogenlampe mit 0:1 in Führung. Um es vorweg zu nehmen, die Torflaute blieb auch in diesem Spiel bestehen. Hansa erspielte sich hochkarätige Chancen, wie zum Beispiel durch Fillinger, der in der 52. Minute von 3 Metern Torentfernung, nur die Latte traf, aber die weitgehende Dominanz unseres Teams zahlte sich mal wieder nicht aus. In dieser Situation helfen ausschließlich Siege, wie gewonnen wird ist vollkommen egal. Meines Erachtens können die Jungs einfach nicht mehr Leistung bringen. Die Mannschaft wurde vor der Saison völlig überbewertet. Leistungsträger wie Bartels, Sebastian und Walke zeigen ihre kämpferische Einstellung nach wie vor auf dem Platz, ihnen sind aber die Hände bzw. Füße gebunden mit Spielern wie Retov und dem Neuzugang Johannson, bei denen man schon die läuferischen und allgemein fußballerischen Defizite im Ansatz sieht.
Am Ende des Spiels entwickelte ich Emotionen mit dem Bedürfnis einer direkten und unbedingten Aufklärung einer Problemlösung seitens des Vereins. Was dann passierte war für mich eine logische Konsequenz auf die perspektivlose Talfahrt unserer Kogge. Nach dem Spiel versammelten sich rund 500 Hansafans mit der Forderung im Gepäck den Vorstandsvorsitzenden Grabow zu entthronen. Man ging geschlossen auf den Vorplatz der Westtribüne und versammelte sich vor dem VIP-Haupteingang. Vorher mussten jedoch die ABS Hampelmänner zur Seite gestellt werden. Eine kurze Sitzblockade entstand, bis dann Rydle“witz“ mit Verstärkung deeskalierende Versprechungen offerierte. In dem ganzen Szenario wurden wir von den Besuchern der Westtribüne beobachtet, die noch den Rest ihres Bierglases ausschlürfen mussten. Diesmal konnten diese nicht gleich zu ihren Autos und ins traute Heim fahren. Sie hatten wohl daran Gefallen gefunden und filmten sensationslustig mit ihren Handys das Geschehen. Wie man in solch einer Situation allein auf die Gedanken kommt sowas zu tun ist für mich ein Rätsel. Klar ist, den meisten dieser Leute ist Hansa Rostock scheiss egal und sind nur zum konsumieren vor Ort. Bleibt zu hoffen das Grabow langsam einsieht in wie weit er den Verein seit seines Amtsantritts heruntergewirtschaftet hat und seinen Hut nimmt.
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