Hansa - Cottbus 3:2 |
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Nun war es mal wieder soweit. Die Cottbusser kommen! Ein
mulmiges Gefühl hatte ich nicht im Magen. Eher war ich optimistisch.
Siegreich und Stimmungsvoll sollte der Sonnabend werden. Hatte mich gefreut
auf diese Brisanz und überdurchschnittlichen Rivalität Wer hatte
sich denn nicht auf dieser doch schon derbyähnlichen Party gefreut?
Ich war mir aber doch relativ sicher, dass wir diese Cottbusser in allen
belangen im Griff haben! Ca. 1000 Cottbusser kamen größtenteils
mit Sonderzügen in unsere Hansestadt. Im Vorfeld hatten die Medien
eher Worte für die einberufene Sicherheitsstufe gefunden als für
das bevorstehende Fußballspiel. Dementsprechend wurden alle 27/27a
Besucher im Eingangsbereich erstmal gleich zu den beliebten
Deltas zum Filzen geschickt und alle Grünen hatten provesorisch
schon mal die Helme auf. Die friedlichen Fans brauchten aber
nicht wesentlich länger zu ihren Platz als sonst. Zum Intro war einzig
eine Pro Ostseestadion Aktion von den Cottbussern erwähnenswert,
die eine positive Reaktion aus unseren Reihen verursachte. Der Spielbeginn
verlief recht ausgeglichen ohne erwähnenswerte Torchancen. Erwähnenswert
ist jedoch, der plötzliche Stimmungsboykottabbruch (was für
ein Wort), nach ca. 10-minütigen Spielverlauf. Doppelhalter plus
Fähnchen wurden im gesamten Block verteilt und Eggi erhob sich mit
seinem Megaphon wieder vor der Szene. Mit dem Aha-Effekt
und brachialer Gewalt ging es ans Eingemachte. In mir brodelte es nach
dem 2. Heimspieltage Stimmungsabstinenz herrschte (zu Recht) und dieses
Gefühl spürten wahrscheinlich Hunderte andere auch. Gerade gegen
Cottbus sollte es explodieren! Man hat sich die Augen der Ultima Raka
in den Moment gerne vorstellen können. Nun sollte es schon in der
18. Minute zu Belohnung kommen. Enrico Kern traf zum 1:0 mit einem platzierten
Schuss ins linke Eck. Wahnsinn! Wir lagen uns in den Armen und irgendwie
war es diesmal intensiver als sonst. Das Unvermögen der Gäste
vor unserem Tor sicherte die 1:0 Führung zum Halbzeitpfiff. In der
2. Halbzeit traf Cottbus in der 58. Minute zum 1:1 Ausgleich. Schon 1.
Minute später zeigte der 2:1 Treffer, wieder von Enrico Kern, wer
hier Herr im Hause ist. Enrico lupfte den Ball über den, vor dem
Tor viel zu weit stehenden, Energie-Torhüter. Unglaublich! Die Machtverhältnisse
waren nun auf dem Platz gesichert, nun mussten sie auch auf den Rängen
gesichert werden! Ein, in den Ausmaßen, noch nie da gewesener Wechselgesang
folgte im Ostseestadion. Unsere Ecke mit Hilfe der restlichen Südtribüne
stimmten die einzelnen Uffta-Sprüche an und die Nord
erwiderten diese. Nach jeder lautstarken Reaktion der Gegenseite wurde
lautstark applaudiert. Für mich persönlich wurde ein Traum zur
Wirklichkeit. Ich konnte es nicht fassen, wie ungewöhnlich laut sich
die beiden Seiten präsentierten. Die akustische Leistung des Ostseestadions
wurde noch nie so ausgereizt. Als dann noch das 3:1 (74. Minute), wieder
durch Enrico Kern, fiel, strahlte der Energieblock auf Sparflamme. In
den Ausmaßen hatten wir noch nie, in den letzen Jahren, die Gästefans
so dominiert wie an diesem Tag. Der 3:2 Anschlusstreffer, in der 90 Minute,
sollte kein Stimmungsabbruch mehr bewirken. Hansa´ s Sieg war perfekt
und Enrico Kern zelebrierte einen Indianertanz vor unserem Block. Wer
diesen Tag nicht lieben gelernt hatte, war zum einen nicht im Ostseestadion
und zum anderen kein Hansafan!
In diesem Sinne: BWD, KINZMEN |
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