![]() Aktion DDR ? Schon länger schien DFL-Ligachef Hackmann in Interviews mit der Übernahme der TV Berichterstattung durch die Liga selbst zu liebäugeln. Jetzt provozierten die Kirch Krise und die panikschürende Berichterstattung offenbar das Durchsickern eines geheimen Strategiepapiers der eitlen Ligaadministration. Die Liga will die Produktion und Planung der TV Sendungen in
die eigene Hand nehmen und allenfalls nur noch die Übertragungsrechte
verkaufen, sofern kein eigener Kanal realisiert wird. Um kommenden
Problemen wegen des ausgeschalteten Wettbewerbs und dank der Erfahrungen
mit der Abhängigkeit von einem einzigen Partner zu umgehen,
sollen diese dann an verschiedene Sender aufgeteilt werden. In diesem Zug soll die freie öffentliche Rede über
den Fussball abgeschafft werden - oder anders gesagt ein Ligaradio
wird installiert und damit wohl eine Rechtekollision vor allem
mit den ARD Sendern angestrebt (bis jetzt vermied man eine Grundsatzentscheidung
auf beiden Seiten durch Kompromisse). Auch hier ist die Beteiligung aller Sender wichtig: wer selbst etwas vom Kuchen abbekommt wird wohl kaum das Gnadenbrot mit allzu kritischer Berichterstattung in weiteren von Rechten nicht betroffenen Sendungen untergraben. Die Bundesliga hat offenbar genau verstanden dass die Medien
die Augen und Ohren der Fans sind und deren Reaktion am besten
über ihre Wahrnehmung gesteuert werden kann. Ein weiteres Problem dieser 'Planwirtschaft' dürfte aber
auch deren Innovationsarmut sein und damit die Angreifbarkeit
durch konkurrierende Unterhaltungs- und Kulturprozesse. So strotzen
die Plandetails im Kicker von Kopien gängiger TV-Formate.
Nach diesem Denken wäre man heute noch bei der Sportschau.
Doch der allumfassende Putschversuch soll auch endlich die Barriere zwischen denen die an den Fleischtöpfen sitzen und denen die dorthin (zurück) wollen drastisch erhöhen. Die von Bundesligaskandal bereits intensiv beschriebene schleichende Regionalligaübernahme gegen die Vereine in zweiter Reihe (Bsp. Fortuna Düsseldorf, RW Essen, Eintracht Braunschweig) (link1, link2) soll jetzt endgültig vollendet werden. Der Schlüssel: die (selbstverschuldete) finanzielle Notsituation
der Regionalligaklubs. Das Zugeständnis: Alle 'Amateur'teams (lachhafter Begriff)
der 18 Bundesligisten dürfen mitspielen. Welcher Fernsehsender möchte Regionalligaspiele vor 100 Zuschauern zwischen zweiten Mannschaften der Bundesliga übertragen wie ein Obdachloser der angebissene Butterbrote aus der Mülltonne essen muss? Aus einem solchen Umfeld werden sich dann ehemalige Traditionsvereine
wie Braunschweig oder Düsseldorf nur in Ausnahmefällen
wieder erholen können und ihre regionale Position endgültig
an die Plastikklubs aus Wolfsburg und Leverkusen verlieren. ----------------------------------------------------------------- |
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