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OZ vom 03.05.2007
Hansa sucht Randalierer mit Polizei und ...
Hansa sucht Randalierer mit Polizei und Privatdetektiven
Für jeden identifizierten Krawallmacher soll Stadionverbot beantragt werden. Der Aufsichtsrat tagt in Sondersitzung.
Die Suche nach den Brandstiftern von Essen ist in vollem Gange. Mit geballter Kraft und allen technischen Möglichkeiten treiben der FC Hansa und die Polizei die Ermittlungen nach den Feuer-Krawallen mit 14 Verletzten und 75 Festnahmen während des Rostocker Zweitliga-Spiels am Montagabend voran. Bei Rainer Friedrich, dem Chef der vom Verein gebildeten Sonderkommission, laufen inzwischen alle Drähte zusammen.
In einem ersten Schritt hat sich der Veranstaltungsleiter der Ostseestadion-Gesellschaft Verstärkung ins Boot geholt. Neben polizeilichen und anderen Sicherheitskräften sind auch Privatdetektive in die Ermittlungen eingeschaltet. Gestern habe es einen ersten Kontakt zwischen ihm sowie der Landes- und Bundespolizei gegeben. „Wir sammeln alle Daten und Informationen, werten sie aus und tauschen sie aus“, erklärte Friedrich zum Arbeitsablauf: „Es gibt sehr viele Infos.“
Vor allem Überwachungsvideos, Fernsehbilder und Fotos nehmen die Experten derzeit intensiv unter die Lupe. „Wir schauen uns die Leute darauf genau an und versuchen sie zu personalisieren“, sagt der Rostocker. Für jeden identifizierten Randalierer werde die Kommission sowohl beim DFB als auch beim FCH ein Stadionverbot beantragen.
Der Aufruf der Hansa-Führung an die eigenen Fans, bei der Aufklärungsarbeit mitzuwirken, hat bereits zu ersten Reaktionen geführt. „Ich habe schon einige Anrufe und E-Mails bekommen“, sagte Friedrich. Er wies darauf hin, dass Hinweise auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden. „Es geht nicht darum, die Fanszene auszuspionieren, sondern Personen zu identifizieren, die an den Ereignissen beteiligt waren und sie eventuellen Fangruppen zuzuordnen“, stellt Friedrich klar. „Wenn das der Fall ist, geht es natürlich ans Eingemachte.“ Er betonte, dass man derzeit noch nicht sagen könne, dass eine Fangruppe den federführenden Part übernommen habe.
Deshalb will er sich zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht an Spekulationen beteiligen, nach denen die Zündung des Brandsatzes auf das Konto der „Suptras“ gehen würde. Es war vermutet worden, es sei ein Racheakt der Fangruppierung gewesen, denen Hansa im Februar nach diversen Zwischenfällen die Unterstützung aufgekündigt hatte. Doch nicht nur den Feuerlegern soll es an den Kragen gehen. Auch gegen johlende und prügelnde Fans wollen die Ermittler rigoros vorgehen. „Personen, die verhindert haben, dass Ordner zum Löschen in den Bock gelangen konnten oder die das beklatscht haben, stehen bei uns genauso im Fokus“, sagt Friedrich. Mögliche Geldstrafen des DFB will sich der Verein von den Tätern zurückzuholen.
Die Ereignisse von Essen haben auch den Hansa-Aufsichtsrat alarmiert. Er kommt morgen zu einer Sondersitzung zusammen, an der auch ein Vertreter des Landesinnenministeriums teilnimmt. Vorstand und Sonderkommission müssen über die Aufklärung der Krawalle Bericht erstatten.
„Unter dem Eindruck der Ereignisse in Essen und in Sorge darum, dass die Zwischenfälle einen großen Imageschaden nicht nur für den FC Hansa, sondern auch für das Land Mecklenburg-Vorpommern verursachen können, haben wir uns entschlossen, in diesem Kreis zusammenzutreten“, sagte Aufsichtsrats-Chef Prof. Dr. Horst Klinkmann. Im Nachrichtensender N 24 kritisierte er die Vorverurteilung des Vereins. „Hansa Rostock sofort in eine bestimmte Ecke zu stellen, halte ich unter gegebenen Umständen sicherlich für nachvollziehbar, aber nicht für gerechtfertigt.“
Quelle: Ostsee-Zeitung
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