Berger droht Spielern mit dem Arbeitsamt
 
     
 

NNN(OZ)
Seine Stimme schwoll an wie die Ostseewellen vor Warnemünde bei Sturmflut. Dann brach es aus Hansa-Chefcoach Jörg Berger (60.) heraus. So jedenfalls hatte ihn bei Hansa noch niemand erlebt. Das kam schon einem mittleren Dammbruch gleich. " Was in den letzten 14 Tagen hier passiert ist, das nehme ich nicht so hin. Wir reisen nach Wolfsburg, und vier Spieler sind nicht dabei. Doch das hat nichts damit zu tun, dass andere daran Schuld sind, sondern nur diese vier Spieler selbst", wetterte der Coach. Und er nannte die vier Akteure auch beim Namen: Marcus Allbäck nach Rot gegen Schalke (3 Spiele Sperre/lesen Sie dazu nebenstehend), Rade Prica nach Gelb-Rot in Kaiserslautern), Tim Sebastian Rot im Oberligaspiel in Rathenow (3 Spiele Sperre, gilt auch für Bundesliga), Razundara Tjikuzu nach Schwänzen des Trainings und fristloser Kündigung des Arbeitsverhältnisses. In Berger kochte es förmlich bei so vielen Disziplinlosigkeiten: "Ich muss mir da die Frage stellen, ob alle den Ernst der Situation in Rostock begriffen haben. Ob sie sich bewusst sind, um was es in dieser Region eigentlich geht. Nämlich um die Existenz des Vereins und um Arbeitsplätze. Dafür muss man einfach mehr tun. Die Menschen in er Region richten sich am Verein auf. Ich fahre täglich am Arbeitsamt vorbei und sehe dort die Schlange der Arbeitslosen. Man sollte einige Spieler von uns reinschicken, damit sie sehen, wie gut es ihnen geht." Hiebe auf etliche in der Truppe, deren lasche Einstellung – vor allem in Lautern (1:2) und auch zuletzt im Training – zu ernsten Konsequenzen zwingt. In der Tat: Die laxe Art und Weise, wie ein Teil der Crew das gestrige Torschusstraining nach Flanken bei schönstem Sonnenschein umsetzte, muss ganz einfach Jörg Berger und Frank Engel das Gemüt verdunkelt haben. Berger völlig zu Recht: "Es geht nicht, dass hier bei Hansa alles kaputt gemacht wird. Das lasse ich mir nicht bieten. Sollten wir dadurch absteigen, nehme ich das nicht so hin. Da werde ich mich wehren. Das werden die Spieler zu spüren bekommen." Auf die Frage, was er konkret meine, sagte der Trainer nur: "Was sie zu spüren bekommen, das muss ich nicht konkretisieren. Das werden die Spieler erleben! Ich war noch nie ohnmächtig. Überlassen Sie es mal mir, wie ich da rangehe!" Im Abstiegskampf – so Berger – "kann man nicht nur spielen. Man muss den Sieg erzwingen über den Kampf. Es heißt ja nicht Abstiegsspiel, sondern Abstiegskampf. Darum gibt es für uns in Wolfsburg nur noch die totale Ausrichtung, über den Kampf zum Sieg zu kommen. Im Wolfsburg muss jeder spüren, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht."
 
 
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