Probleme mit Fangruppe
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Rostock(OZ) Eine gewaltbereite Gruppe macht der Polizei und dem FC Hansa Rostock seit Beginn der Bundesliga-Rückrunde Ende Januar Probleme. Sie kommen aus Rostock, Greifswald, Wolgast und Schwerin. "Um die 70 junge Leute zwischen 15 und 25, die aggressiv und gewaltbereit agieren", erläuterte Rostocks Polizeichef Olaf Kühl im Gespräch mit der OSTSEE-ZEITUNG. Besonders auf Fahrten zu Auswärtsspielen putsche sich der Kreis durch rhythmischen Gesang und das Skandieren von Sprüchen unter Alkoholeinfluss hoch. Einige tragen Handschuhe, die mit Quarzsand gefüllt sind, um Fans anderer Mannschaften "was auf's Maul zu geben". Die Probleme begannen bereits im September 2002 beim Spiel des FC Hansa gegen Hannover 96. Damals wurden Polizeibeamte angegriffen, Tränengaskörper geworfen. Die Täter versuchten, die Absperrung zu den Fans der gegnerischen Mannschaft zu durchbrechen. "Das war ein Zweifrontenkrieg, den wir unter Einsatz von Schlagstöcken kanalisiert haben", erinnert sich Kühl. "Nur dadurch konnten weitere Gewalttaten verhindert werden." Auf der Fahrt zum Auswärtsspiel nach Mönchengladbach im Mai 2003 fiel eine Gruppe von Rostockern bereits beim Zwischenstopp in Berlin auf. Sie grölten, warfen Tische und Stühle um und demolierten Fahrräder. Ein Polizist in Zivil wurde zu Boden geworfen. Damals erließ die Staatsanwaltschaft Berlin 36 Anklagen. Es gab 101 Zeugen- und Beschuldigtenvernehmungen. Bei den Tätern handelte es sich unter anderem um fünf Schüler, einen Studenten, 26 Auszubildende, acht Bundeswehrangehörige und 16 Arbeitslose. Im Nachgang beantragte die Polizei bei Hansa bundesweites Stadionverbot für acht Leute. Anderen wurde das für den Wiederholungsfall angedroht. Danach kehrte zunächst Ruhe ein. Bis zum Spiel in Stuttgart am 31. Januar diesen Jahres. 70 Rostocker Hooligans lösten auf der Fahrt dorthin auf der Rastanlage Hohenlohe in Franken einen Großeinsatz der Polizei aus. "Die angetrunkenen Rostocker fielen wie Heuschrecken über eine Tankstelle her", schildert ein Augenzeuge, "und bedienten sich an den Auslagen." Nach dem Spiel in Stuttgart sah der Gästefanblock wie verwüstet aus. In der Folge erteilte die Polizei 35 weitere Stadionverbote gegen Rostock-Fans. Das führte zu Unmut in der Szene. "Einige fühlten sich ungerecht behandelt", weiß Kühl. "Die Straftäter versuchen jetzt, Solidaritätseffekte herzustellen." Über Internet lehnen sie sich gegen "Polizei-Willkür" auf. Die Rede ist davon, eine Szene außerhalb des Stadions zu bilden. "Wir haben die Entwicklung scharf im Blick", sagt Kühl. "Wer Stadionverbot hat und sich am Sonnabend beim Spiel gegen den Hamburger SV in Nähe der Spielstätte aufhält, wird in Gewahrsam genommen." Die Polizei, so Kühl weiter, unterscheide sehr wohl Straftäter von der Ultra-Szene, die die Mannschaft durch besondere Choreografien unterstützt. Hansa-Präsident Manfred Wimmer betont: "Wir versuchen immer, mit allen zu reden, auch mit denen, die uns Sorgen machen." Leider gäbe es einige, bei denen Reden nicht helfe. "Werden junge Leute vor, während oder nach dem Spiel straffällig, müssen wir ein bundesweites Stadionverbot aussprechen", so der Hansa-Präsident. "Wir sind gegen Willkür bei Stadionverbot, aber bei Straftätern bleibt uns nichts anderes übrig." Leider sei einigen Leuten nicht zu helfen. Für die sei das Fußballspiel Nebensache. "Es gibt eine Minderheit, die macht viel Mist", bedauert auch Peter Schmidt, Vorsitzender des Fanprojekts und Fanbeauftragter des FC Hansa. Er bietet allen Gespräche an, auch den Möchtegernfans, die vorgeben für den Bundesligisten zu sein, ihm aber eher schaden. "Tausende stehen zu uns", sagt Schmidt und hofft, "dass die Sorgenkinder Einsicht zeigen werden." |
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