Hooligans randalieren am Bahnhof Zoo: 70 Festnahmen |
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Berliner Morgenpost, vom: 11.05.2003 Mehr als 100 Anhänger des Fußballbundesligisten Hansa Rostock haben sich der Nacht zu gestern eine mehrere Stunden andauernde gewalttätige Auseinandersetzung mit Polizei und Bundesgrenzschutz geliefert. Dabei wurden die Beamten unter anderem mit Steinen beworfen. Die Polizei setzte ihrerseits Reizgas ein, teilte ein Polizeisprecher gestern mit. Die größtenteils stark angetrunkenen Randalierer waren kurz nach Mitternacht mit einem Zug aus Rostock am Bahnhof Zoo angekommen. Sie wollten ursprünglich in den frühen Morgenstunden die Weiterfahrt zum Auswärtsspiel ihrer Mannschaft in Mönchengladbach antreten. Für 70 von ihnen endete die Reise allerdings in Berlin. Sie wurden vorläufig festgenommen. Erst gegen vier Uhr morgens beruhigte sich die Lage wieder. Bereits unmittelbar nach ihrer Ankunft begannen die Fußball-"Fans" von der Ostsee auf dem Bahnsteig zu randalieren. Nachdem vorsorglich bereitstehende Einheiten des Bundesgrenzschutzes die Lage im Bahnhof unter Kontrolle gebracht hatten, zogen die Randalierer über den Hardenbergplatz zur dortigen McDonald's-Filiale, wo sie Mitarbeiter und Gäste attackierten. Daraufhin anrückende Kräfte der Berliner Polizei wurden sofort mit Steinwürfen empfangen, ein Beamter erlitt dabei Verletzungen. Größere Sachschäden bei McDonald's seien durch schnelles Handeln verhindert worden, hieß es gestern bei der Polizei. Zudem habe man die Randalierer daran hindern können, sich gewaltsam Zutritt zu zwei weiteren Lokalen in der Nähe zu verschaffen. "Die waren drauf und dran, die Scheiben unserer Eingangstür zu zertrümmern", sagte gestern Markus Feld, Geschäftsführer der Imbiss-Gaststätte "Hot" am Hardenbergplatz. Auf die 70 Festgenommenen warten jetzt Verfahren wegen Körperverletzung und Widerstand. Außerdem erfolgt eine Meldung an sämtliche Bundesligavereine sowie die Polizeibehörden der jeweiligen Städte. Als Folge drohen bundesweite Stadionverbote. Bei einigen der Randalierer aus Rostock ist dies offenbar aber nicht mehr nötig. Wie Helmut Grabow vom Bundesliga-Fanprojekt gestern mitteilte, sind sie ohnehin bereits als Hooligans der "Kategorie C" (Gewalt suchend) registriert und haben damit automatisch in allen Bundesligastätten Stadionverbot. |
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